Stolpersteine in Seligenstadt

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Stolpersteine in Seligenstadt - Kein Vergessen!

Durch 68 Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig wird in Seligenstadt an das Schicksal der Menschen erinnert.

Ein relativ hoher Anteil jüdischer Bürger prägte die Entwicklung Seligenstadts. Im Jahr 1885 gab es 280 Menschen "israelitischen Glaubens" (8%), 189 Lutheraner und 3.159 Katholiken. Im Jahr 1933 lebten unter den 5.816 Seligenstädtern noch 146 Juden (2,5%).

Seligenstadts gut situierte jüdische Gemeinde war in das wirtschaftliche und kulturelle Leben in der Stadt eingebunden. Allerdings blieben Hochzeiten zwischen Juden und Christen, wie auch zwischen Katholiken und Protestanten, die große Ausnahme. Einer engeren Verflechtung standen erhebliche Vorurteile im Wege. Nachbarschaftliche und freundschaftliche Bindungen gab es aber über die Religionsgrenzen hinweg. Sie hielten oft sogar den Belastungen der Nazi-Jahre stand. Wie im gesamten Bistum Mainz haben sich auch in Seligenstadt die Katholiken einem vulgären Antisemitismus widersetzt.

Die zuletzt verbliebenen jüdischen Bürger wurden im September 1942 deportiert. Nur zwei Juden kehrten nach 1945 aus den Konzentrationslagern der Nazis nach Seligenstadt zurück.

Deshalb dürfen wir niemals wieder zulassen, den Rechtsextremisten und Rechtspopulisten eine politische Verantwortung zu übertragen, in dem man sie angeblich aus Protest wählt.